Johannes Kühn

Johannes Kühn

Der Schwan

Er biß den Nebel,
er biß die scharfe Luft
und schwamm die Wellen entzwei.

Wirf du nur,
unfreundlicher Mensch,
Steine ins Wasser,
er hat für dich
keinen Blick,
rudert in die Bucht,
glänzt wie ein Schneefleck,
der ruht, als sei er da,
den Winter zu bezeugen
als treuen Freund der Jahre.

Es tröstet mich,
denn das alte Liebesblut
pocht nicht mehr in diesen Zeiten.

Der Liebesbrief
der Jugend
gelingt nicht mehr,
so weiß wie deine Federn,
Wasservogel,
war er.

Schwimm, Schwan,
erweck keine andren Erinnerungen.