Johannes Kühn

Johannes Kühn

Nach dem Begräbnis

Es ist,
als halte die Sonne heut Markt
und preise an Strom, Stein und Baum,
alles ans Herz zu nehmen mit Dankesblick.

Es hat die Erde
einen Menschen mir weggeschluckt,
und sie läßt
Blumen wachsen auf seinem Grab.
Ihr Geschick,
soviel zu verschönen,
was schrecklich ist,
gab ihr der Herr
aus seinen Himmeln.

Nun,
da ich den Weg geh,
die Trauerzeit wegzuatmen,
nimmt sie mich ganz in den Griff
und schmilzt das Eis des Schreckens.

Im Ohr noch
die Röchelstimme des Sterbenden,
bewegt sie Fink und Schilf,
mich einzusingen
in leise Freude,
daß ich noch bin.
Und daß mit den Bächen
ich abstürz im Rausch des Lebens,
zwingt sie fast
mit roten Gluten.

Wo ist ihre Macht nicht
an diesem Tag?